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Meine Geschichte: Als Buch oder CD erhältlich bei
Jakob Wampfler direkt oder www.spirituellemedien.ch
für Deutschland www.sendbuch.de
Meine Geschichte in Form eines Gedichts:
Tag u Nacht ging bsoffe
Jede Kampf vergäbe
Nimme chenne hoffe
Du verschisses Läbe
Da rüeft dä Maa vo Golgatha
Für Dich han ich doch mis Läbe glah
Du darfsch dä Dräck sofort la sii
I bi viil stercher als der Wii
Wii, das isch mis Fuetter
Schtendig d Fläsche offe
Tag u Nacht mi Muetter
Briegge bätte hoffe
Da rüeft dä Maa vo Golgatha
Wosch nid vo mier nüis Läbe ha
I wott Dier d Sünde all vergeh
Du muesch e kiner Droge neh
Tag u Nacht ging sueche
Tüfer i ds Verdärbe
Schpotte, suffe, flueche
Chennti nume schtärbe
Da rüeft dä Maa vo Golgatha
Wie lang wosch no im Söitrog schtah
Verbii di Tüfels-
Dür Gottes Wort u Abschtinenz.
Leseprobe aus ‚Vom Wirtshaus ins Bundeshaus' von Jakob Wampfler
Ich verteilte Tausende von Flugblättern, in denen die Autoren dazu aufriefen, gegen das kapitalistische System Stellung zu beziehen. "Proletarier aller Länder, vereinigt euch!", stand jeweils ganz unten auf der Seite. Ganz besonders angetan war ich von einer Zeitschrift mit dem Namen "Neue Wege -
Eines Tages waren meine neuen Freunde von der Revolutionären Marxistischen Liga (RML) und ich wieder einmal in absoluter Kampfstimmung. Gegenseitig stachelten wir uns an und riefen uns politische Phrasen zu: "Nieder mit den Kapitalistenschweinen! Es lebe der Marxismus!" Den ganzen Tag über nahmen wir an einer Demo teil, um dort unsere politischen Ziele zu proklamieren. Unsere Mäuler waren vom vielen Herumschreien schon fast ausgetrocknet. Und somit war es Zeit, das nächstbeste Wirtshaus aufzusuchen.
Wir betraten eine alternative Spelunke, in der noch viele andere Gleichgesinnte anwesend waren. Meine Kollegen bestellten allesamt ein Bier oder genehmigten sich eine Flasche Wein. Da konnte und wollte ich natürlich nicht mehr zurückstehen. Wegen eines einzigen Glases Bier wird ja wohl nicht die ganze Welt untergehen! Und überhaupt: Ich hatte meine Sucht nun ja schon seit langer Zeit im Griff! -
Aus dem einen Glas Bier wurde schließlich ein zweites, dann ein drittes, ein viertes, und letztlich waren es alles in allem gesehen fast drei Liter Bier, die ich an diesem Abend in mich hineingeschüttet hatte. Egal, ob ich es wahrhaben wollte oder nicht: Ich war nun ein Rückfälliger geworden.
Nach diesem einen Vollrausch blieb ich zwar wieder längere Zeit trocken. Als es dann aber Zeit wurde, mir im Anschluss an meine Ausbildung eine neue Arbeitsstelle zu suchen, da passierten eine ganze Anzahl weiterer solcher Abstürze. Sämtliche Bewerbungen, die ich schrieb, endeten mit Absagen. Ich verkraftete dies nicht mehr und nahm mir deshalb das Recht heraus, mich erneut etliche Male zu betrinken. Damit strafte ich aber nicht die anderen, sondern mich selber. Einmal mehr hatte mich der Geist der Lüge und des Selbstbetrugs eingeholt.